„Folge Deiner Intuition“ – Alexandra Harfield im Porträt

Manche Yogalehrer hinterlassen einen besonderen Eindruck. Sie schaffen es zu inspirieren, zu motivieren, verständlich zu lehren und ihre Teilnehmer mehr zu sich selbst zu führen. Eine dieser Lehrerinnen ist für mich Alexandra Harfield.

Ich durfte die  sympathische Choreografin und Yogalehrerin über die Jahre in verschiedenen Workshops und bei einem Personal Training erleben. Die gebürtige Australierin strahlt eine große Offenheit und Herzlichkeit aus. Sie überzeugt mich immer wieder durch ihre authentische, freundliche und kompetente Art. Ihre Stunden zeichnen sich durch wunderschöne Flows und eine versierte Ausrichtung aus. 

Ich freue mich unglaublich, dass ich Dir Alex im Porträt auf Lebensflow vorstellen darf!

Wie hast Du zum Yoga gefunden?

Mit 20 kam ich nach Deutschland, um beim Musical Cats in Hamburg aufzutreten. Nachdem mein Vertrag ausgelaufen war, bin ich in Europa geblieben. Aber immer, wenn ich genügend Geld gespart hatte, bin ich nach New York oder London gereist, um Tanzstunden zu nehmen. Während einer dieser Reisen landete ich in einer Yogaklasse. Zu diesem Zeitpunkt lebte ich gerade in Köln. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland wurde Yoga zu einem Teil meines Lebens. Meine erste Yogalehrerin war die großartige Nicole Bongartz. Bevor das Studio „Lord Vishnus Couch“ eröffnete, habe ich ihre Klassen im Fitnessstudio besucht.

Auf welche Weise bereichert Yoga Dein Leben?

Durch Yoga entdeckte ich in zunächst, was meinem Körper fehlte. Es hat sich dann mehr zu dem entwickelt, was ich gerne hätte, um mich fokussierter und zentrierter zu fühlen – mit allem, was mich ausgeglichener machte. Wenn ich regelmäßig Yoga praktiziere, fühle ich mich mehr mit mir selbst verbunden. Ich war mein Leben lang eine sehr körperlich betonte Person und bin es noch immer. Für mich ist Yoga Meditation in Bewegung und ich kann mich durch den physischen Aspekt besser mit mir selbst verbinden.

Alexandra Harfield Yoga Lebensflow
© Hanna Witte | hanna-witte.de

Was macht für Dich persönlich „gutes“ Yoga aus?

Yoga vereint vielfältige Aspekte – von der Ausrichtung und der Technik, über den Atem und die Meditation bis uns selbst anzunehmen wer wir sind – mit allem drum und dran! Ich gehe gern in Yogastunden von Lehrern, die authentisch sind. Ich werde gern angeleitet, brauche aber genügend Raum, um meiner Intuition zu folgen und zu fühlen, was in meinem Körper passiert. Sprich, ich lasse mich gern auf allen Ebenen fordern, aber nicht zwingen.

Du bist Choreografin, verwurzelt im Tanz. Inwiefern gehen Tanz und Yoga für Dich eine Symbiose ein?

Als Tänzerin war für mich das ultimative Gefühl, eine Choreografie zu tanzen, die sich einfach großartig anfühlte! Jede Bewegung verschmilzt mit der nächsten und ist verbunden mit der Musik, die du in deinen Ohren hörst, aber in deiner Seele fühlst. Eine schön aufgebaute Yogastunde fühlt sich für mich genauso an. Die Verbindung von Atem und Bewegung ist da, genauso wie das Loslassen im Geist. Du kannst nur Deiner Intuition folgen.

Du bildest Yogalehrer aus. Wenn Du Dein Anliegen beim Ausbilden in drei Aspekten auf den Punkt bringen müsstest: Was möchtest Du künftigen Yogalehrern mit auf den Weg geben?

  • Sei Du selbst, wenn du unterrichtest!
  • Sei offen gegenüber der Tatsache, dass alle Menschen und Körper einzigartig sind, sodass du unterschiedliche Unterrichtsmethoden für unterschiedliche Menschen brauchst.
  • Wachse und entwickle Dich auf Deinem Unterrichtsweg. Ändere Dinge, wenn Du eine bessere Möglichkeit findest, etwas zu vermitteln.
Alexandra Harfield Yoga Lebensflow
© YongSubi | yongsubi.com

Dein Terminkalender sieht gut gefüllt aus. Was hilft Dir, nach einer intensiven Arbeitsphase abzuschalten? 

Im Englischen kennen wir das schöne Wort „pottering“ (im Deutschen so viel wie „herumwerkeln“). Ich liebe es herumzuwerkeln, wenn ich nach einer intensiven Zeit zurückkomme oder einfach frei habe. Ich tanke auf, wenn ich zu Hause bin – entweder draußen auf der Terrasse beim Pflanzen oder beim Herumhantieren in der Küche, leckeres Essen kochen, Musik hören, vielleicht ein gutes Glas Wein genießen.

Was bedeutet es für Dich persönlich, erfüllt zu sein?

Erfüllt zu sein bedeutet für mich, mir selbst gerecht zu werden. Das ist nicht immer einfach und ich schaffe es nicht immer. Ich denke, wir gehen hier und da kleine Kompromisse ein, nur um festzustellen, dass wir unsere Wahrheit auf dem Weg ein bisschen verloren haben. Das ist so menschlich und es ist es wert, daran zu arbeiten. Dir selbst treu zu sein – das ist Erfüllung.

Manche sprechen von ihrem Herzenswunsch, andere basteln ihr Vision Board – wie auch immer wir es nennen: Verrätst Du uns, was Du unbedingt noch in Deinem Leben ausprobieren und erleben möchtest?

Ich würde wirklich gern Gitarre lernen und ein paar Mal- und Zeichenstunden nehmen – diese beiden Dinge stehen seit Langem auf meiner Liste, wer weiß … eines Tages! Es gibt auch einige wunderschöne Orte auf diesem Planeten, die ich gern sehen und entdecken würde.

Vielen Dank für das inspirierende Interview, liebe Alex!

(photocredit Beitragsbild: © Hanna Witte|hanna-witte.de)

 

 

 

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