„Schön“ ausgerichtete Hände im Yoga

„Schöne Hände“ im Yoga haben nichts mit manikürten Fingernägeln zu tun – auch wenn gepflegte Hände und Nägel natürlich was Feines sind. Hier geht es aber um die optimale Ausrichtung der Hände in der Asanapraxis.

Die Hände tragen Gewicht

Schauen wir uns armgestützte Asanas wie z. B. Adho Mukha Svanasana, den herabschauenden Hund, an, so tragen die Hände einen Großteil des Körpergewichts. Ihre Ausrichtung, insbesondere auch die Aktivität der inneren Handmuskulatur, wirkt sich auf den gesamten Arm aus. Umso wichtiger ist die Grundstabilität der Hände.

Ausrichtung der Hände

Das Handgewölbe (analog zum Fußgewölbe) sollte aufgespannt sein. Dazu richtest Du Deine Hände schulterbreit mit aufgefächerten Fingern gerade auf der Matte aus. Eine wunderbare Orientierung für gerade ausgerichtete Hände ist der vordere Mattenrand: Erkennst Du eine Parallele zwischen Deiner Handgelenksfalte und dem vorderen Mattenrand, sieht es gut aus in der Basis.

Die aufgefächerten „schönen“ Finger entlasten das Handgelenk. Den Unterschied zwischen einer lockeren Hand mit engen Fingern und einer aktiven Hand mit aufgespannten Fingern kannst Du deutlich spüren.

Stelle Dir vier gleichmäßig verteilte Punkte unter Deiner Handinnenfläche vor: am Zeigefinger-Grundgelenke, am Kleinfinger-Grundgelenk, am Daumenballen und an der Handaußenkante nahe des Handgelenks. Alle vier Punkte möchten in Berührung mit der Matte kommen. Drücke sie also kraftvoll in die Erde. Das gilt besonders für das Grundgelenk des Zeigefingers, das gern nach oben ausbüchst. Gerade dieser Kontakt zum Boden ist aber wichtig, um unsere Einwärtsdreher, die Pronatoren, im Unterarm zu aktivieren. Diese drehen nämlich unseren Unterarm einwärts und bringen damit die Handfläche nach unten.

Hände eC

Ausrichtung der Schulter

„Schöne Hände“ und aktivierte Einwärtsdreher im Unterarm bringen uns allerdings nicht weit, wenn sich die Ausrichtung nicht bis zur Schulter weiterentwickelt. Während der Unterarm einwärts gedreht ist, dreht der Oberarm nach außen. Mit dieser Bewegung wird die Schulter „befreit“; sie fühlt sich weit und offen an. Für verspannte Schultern ist hier kein Raum mehr.

Handdruck für den Schwebezustand

Mal abgesehen von den Bandhas, die uns energetisch und schützend durch die Asanapraxis begleiten, wird beispielsweise die schiefe Ebene/das Brett um einiges einfacher, wenn Du Deine Hände vollflächig und kraftvoll in die Erde schiebst – eher mit der Intention, die Erde unter den Händen wegzudrücken. In dem Fall sinken wir nicht mit einem Gefühl von Schwere und Last in die Haltung (was obendrein verletzungsträchtig ist), sondern nutzen den aktiven Widerstand für eine kraftvolle und schwebende Position.

Eine Haltung, in der ich gern den Unterschied zwischen „schlaffer Schwere“ und „aktivem Schwebezustand“ erspüren lasse, ist der Vierfüßlerstand mit angehobenen Knien. Je mehr Du Deine schönen Hände und Deine aufgestellten Fußballen gleichmäßig und kraftvoll in der Erde schiebst, desto weniger musst Du nachhelfen, um die Knie wenige Zentimeter vom Boden zu lösen. Sie beginnen dann fast, von allein zu schweben.

 

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