„Yoga Intensive“: Auszeit auf Schloss Blumenthal

Raus aus dem Alltag, rein in die Natur, rauf auf die Matte: beim Yoga Retreat mit Barbra Noh und David Regelin auf Schloss Blumenthal Mitte Oktober. Die fabelhafte Organisation des Ganzen lag bei Global Flow Retreats.

Barbra und David hatten ihr Angebot bewusst als „Yoga Intensive“ betitelt. Und so fühlte es sich auch an: zwei Mal 2,5 Stunden Yogapraxis jeweils an vier Tagen und keine anderweitige Ablenkung, weil der Ort des Geschehens von Wald und Wiesen umgeben ist. Absolute Stille und tiefe Finsternis garantiert. Trotzdem habe ich – und anscheinend noch andere – ziemlich unruhig geschlafen. Vielleicht hat uns der Spuk vergangener Zeiten in den Gemäuern beeinflusst …

Schloss Blumenthal

Das Schloss Blumenthal war früher ein Ordenshaus. Die historischen Gebäude umschließen ein parkähnliches Gelände. Eine Gemeinschaft von etwa 40 Menschen hält die Anlage mit Liebe, Fürsorge und Geschmack am Laufen. Menschen können hier bei Seminaren ihre Persönlichkeit weiterentwickeln oder ihr Körperbewusstsein schulen, sie können Konzerten lauschen oder sich einfach mal zurückziehen. Nicht umsonst lautet der Claim des Schlosses „Spielraum für Entwicklung“.

Yogazeit

Ein OM, von 40 Leuten gesungen, bringt die Luft im Raum in eine ganz besondere Schwingung, wenn sich dabei jeder am Ton der anderen orientiert: Gänsehaut-Feeling!

Barbra kannte ich bereits von Workshops und wusste, auf was ich mich „einlasse“. David hatte ich bis dato nur auf einem Video gesehen. Aber es war klar, dass die Lernkurve mit den beiden nur nach oben gehen könnte. Nach ein paar Stunden Yoga habe ich mich sehr ausgeglichen und fokussiert gefühlt.

Barbra und David haben zum ersten Mal ein Retreat gemeinsam angeboten. In ihrer Art zu unterrichten und in ihrer Persönlichkeit haben sich die zwei wunderbar ergänzt. Absolut entscheidend für mich: Beide haben angenehme Stimmen, leiten mit Klarheit und einer Prise Humor durch die Stunden.

Erst am Ende fiel mir auf, dass David praktisch keine Asana in seinen Stunden selbst gezeigt hat. Jede notwendige Demonstration hat er an einer anderen Teilnehmerin oder einem Teilnehmer vorgenommen, sodass er beispielhaft an ihnen Aufbau, Besonderheit und Adjust erklären konnte. Dafür hat Barbra viele Partnerübungen eingeflochten, die mitunter einen Aha-Effekt ausgelöst haben.

Atmosphäre

Ich hatte keine besonderen Erwartungen an das Retreat; ich wollte einfach ein paar ruhige Tage mit Freund und Yoga genießen. Doch mit 40 Teilnehmern hatte ich doch nicht gerechnet. Unser Raum war bis auf die letzte Ecke mit Matten belegt. Die Stimmung war besonders: konzentriert in den Klassen, ausgelassen beim Essen und bereichernd in den Gesprächen.

Mit angekündigtem Snack am Morgen – der sich als vollwertiges Frühstück entpuppt hat -, Brunch nach der Morgenklasse und Buffet nach der Nachmittagsklasse am Abend wurden wir mit frischen, vegetarischen Gerichten verwöhnt. Die Hotel-Lounge war jederzeit für einen Tee oder Kaffee, zum Lesen, Schreiben oder Unterhalten zugänglich.

Zweifel

Bei einem abendlichen Gespräch mit David kamen wir auf die vier Kompetenzstufen zu sprechen:

  1. unbewusste Inkompetenz
    Dein fehlendes Können ist Dir nicht bewusst. Es könnte aber sein, dass Du Dich für ziemlich brillant hältst. Um zu lernen, muss Dir aber erst einmal bewusst werden, dass Du zu wenig weißt.
  2. Bewusste Inkompetenz
    In dieser Phase bist Du Dir Deiner Inkompetenz zumindest bewusst: die Basis für weiteres Lernen.
  3. Bewusste Kompetenz
    Diese Stufe ist die eigentliche Lernphase, in der Du Dir Fertigkeiten aneignest und erste Erfolge wahrnehmen kannst.
  4. Unbewusste Kompetenz
    Du kannst Dein Wissen im Schlaf abrufen, ohne Dich großartig darauf konzentrieren zu müssen. Achtung, jetzt nicht abheben!

In einem Moment des Zweifelns, das ich auf viel zu verarbeitenden Input zurückgeführt habe, war für mich klar: Ich befinde mich auf Level 2 und sage alle meine Kurse für die kommende Woche ab!

Glücklicherweise habe ich die Idee wieder verworfen. Es ist gut so wie es ist. Und ganz wunderbar ist es doch, immer wieder andere Ansätze kennenzulernen, frisches Wissen abzuspeichern, bekannte Abläufe zu verändern und neue Sichtweisen einzubringen.

Danke an Barbra und David für die intensive Yogazeit und danke an alle Teilnehmer für die besondere Atmosphäre!

Impressionen „Yoga Intensive“

2 Kommentare

  1. Birgit Schmitt sagte:

    Hallo Silke,
    habe mit Begeisterung über Schloß Blumenthal gelesen.
    Kannst du mir Informationen geben, wann es wieder so einen bzw. einen ähnlichen
    Workshop gibt?
    Lieben Gruß
    Birgit

    1. Februar 2016
    Antworten

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