Yogaunterricht: Die Stimme macht’s

Die Stimme des Yogalehrers oder der Yogalehrerin ist in meinen Augen (und Ohren) das A und O im Unterricht. Ich kann es drehen und wenden, wie ich will: Ein/e Lehrer/in kann auf mich noch so sympathisch und kompetent wirken – wenn mir die Stimme gegen den Strich geht, ist nichts zu machen. Dann bin ich total abgelenkt und werde mitunter sogar aggressiv.

Das gilt z. B. wenn eine Stimme in meine Ohren quiekt, 90 Minuten lang einer Tonebene treu bleibt, mehr mit sich selbst als mit den Kursteilnehmern spricht, wenn die Stimme bei fordernden Asanas fast einschläft oder mir gar in entspannten Momenten ein kraftvolles „Entspann Dich!“ entgegenschmettert.

Dabei gehöre ich selbst zu den schärfsten Kritikern meiner eigenen Stimme.

Was tun für mehr Stimmqualität?

Wie bei allem gilt auch bei der Stimme: Übung macht den Meister! Mit der Unterrichtserfahrung und ein paar Kniffen kann jeder Yogalehrer mehr aus seinem wichtigsten Werkzeug machen, um den Unterricht auf ein höheres Niveau zu hieven.

© Jacqueline Kulka / jKnOw photo design
© Jacqueline Kulka / jKnOw photo design

Ich habe bei Coach und Stimmtrainerin Suva Schachner nachgefragt.

„Deine Stimme sollte zu Dir und Deinem Yogastil passen – oder zu der Phase innerhalb Deiner Unterrichtsstunde.“

Wenn Deine Stimme auch für Dich Thema ist, findest Du hier 4 Sprechtipps für Deinen Yogaunterricht:

  1. Ruheraum schaffen
    Für eine meditative Einstimmung oder einen Ausklang der Stunde passt beispielsweise eine getragene, ruhige Sprechweise, bei der Du sitzt. Setze während des Sprechens gezielt Pausen ein und atme langsam mit.
  2. Dynamik erzeugen
    Für dynamische Asanas gehst Du eher durch den Raum. Auch Deine Stimme bewegt sich mehr. Verändere die Klangfarbe und Lautstärke Deiner Stimme entsprechend der Unterrichtssituation. Setze Körpersprache und Gestik ein, um Deinen Worten mehr Ausdruck zu verleihen.
  3. Klang des Herzens
    Entscheidend für eine gute Resonanz Deiner Schüler ist auch, ob Du denkst, fühlst und meinst, was Du sagst oder ob es eher gelernt und reproduziert ist. Wenn das Gesagte aus dem Herzen und aus dem Moment kommt, fühlt sich jeder angesprochen. Nimm wahr, was Du fühlst, was die anderen fühlen – und dann sprich aus dem Herzen.
  4. Beziehung aufbauen
    Deine Stimme baut eine Beziehung zu Deinen Schülern auf, also sprich zu ihnen und meine sie. Dafür solltest Du natürlich erst Dich selbst spüren und dann sie mit ihren Bedürfnissen wahrnehmen. Nimm die Stimmung der Schülerschaft wahr und synchronisiere Deine Stimme damit, um den Raum zu erzeugen, den es braucht. Eine Yogastunde ist keine One-Man-Show, es sei denn, Dein Ego will von ihnen angehimmelt werden. Augenkontakt hilft dabei und eine freundliche, einladende Sprache, die an jeden einzelnen direkt gerichtet ist.
Suva Schacher
© Nicole Wahl

Über Suva Schachner

Suva Schachner ist Life Coach und Sprechtrainerin aus Leidenschaft. Sie gibt Workshops für Yogalehrer, die ihre Stimme schulen möchten, um somit eine positive Resonanz bei ihren Schülern zu schaffen. Die nächste Yogalehrer-Fortbildung mit Sprechtraining findet am 18.10.2015 in Königswinter statt. Anmeldung unter: kontakt@coaching-pyramide.de

Was ist Deine Erfahrung mit Stimme im Yogaunterricht – ob auf Lehrer- oder auf Teilnehmerseite? Teile gern Deine Meinung in einem Kommentar.

 

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