Balasana: Die Stellung des Kindes beruhigt

Mit Balasana, der Stellung des Kindes, verbinde ich Rückzug und Pause. Die Asana richtet mich nach innen und hilft mir, mich zu besinnen. Bei all den Eindrücken und Einflüssen von außen ist Besinnung ein nicht zu unterschätzender Wert!

Ruhehaltung im Yoga

Balasana gilt als DIE Ruhehaltung im Yoga und kann jederzeit eingenommen werden, um wieder bei sich anzukommen und eine Weile zu pausieren. Der herabschauende Hund ist eher im zweiten Schritt eine Ruheposition.

Balasana – mein Schneckenhaus

Balasana ist eine sehr beruhigende Stellung: Der Rücken wird entlastet, der Atem kann zur Ruhe kommen, die Nerven entspannen. Für mich persönlich ist es die Asana überhaupt, um wieder zu meiner Mitte zu finden.

Die Position symbolisiert für mich eine Art Schneckenhaus: meine persönliche Schutzhülle, in die ich mich bei Bedarf zurückziehen kann, in der das Treiben im Außen mich weniger beeinträchtigt und in der ich mithilfe meines Atems auf die Suche nach meinem innersten Kern gehen kann. Ein Gefühl von Zentriertheit und Geborgenheit stellt sich ein. Das ist vermutlich auch so, weil Balasana an die embryonale Haltung erinnert.

An manchen Tagen wirkt mein Schneckenhaus bunt und fröhlich, an anderen eher gräulich und traurig. Es verändert sich je nach Stimmung, Tagesform und Sorgen. Aber es bietet immer einen Raum – meinen Raum für Rückzug.

Balasana – die Stellung des Kindes
© Las Bellas Artes | Marina Holland
Weitere Wirkungen von Balasana:
  • ausgleichend nach Rückbeugen
  • dehnt und entspannt die Wirbelsäule
  • wirkt lindernd bei Müdigkeit und Kopfschmerz
  • beruhigt den Atem
  • entlastet die Verdauungsorgane
Aufbau

Komme auf deiner Matte auf die Unterschenkel. Die Zehen berühren sich, die Knie kannst du leicht öffnen. Von dort legst du deinen Oberkörper auf die Oberschenkel, der Bauch findet dank der geöffneten Knie bequem Platz (letzter Punkt bei den Wirkungen!). Bringe deine Stirn zum Boden. Das Gesäß sinkt auf die Fersen. Du kannst erst einmal die Hände vor deinem Körper fest in den Boden und von dir wegschieben, um den Po näher auf die Fersen zu bringen. Dann lege die Arme bequem zum Boden. Gerade wenn sich dein Nacken leicht verspannt, führe die Arme nach hinten neben die Beine zum Boden.

Varianten:
  • Ist dir die Stellung des Kindes noch nicht vertraut und solltest du eine unangenehme Dehnung spüren, lege deine Stirn auf einem Block ab.
  • Du kannst das Gesäß zunächst auch erhöht ablegen, indem du eine gefaltete Decke oder ein Kissen zwischen Po und Fersen legst. Mit der Zeit brauchst du sie vermutlich nicht mehr.
  • Etwas aktiver wird Balasana, wenn du die Arme lang nach vorn ausstreckst und die Fingerkuppen wie Zelte aufstellst. Das Gesäß bleibt auf den Fersen und die Schultern lässt du möglichst entspannt. Indem du mit den Fingern vorsichtig nach vorn wanderst, kannst du die Dehnung in der Wirbelsäule intensivieren.
  • Die Dehnung kannst du auch verändern und ausweiten, indem du mit beiden Händen abwechselnd nach rechts und links wanderst und jeweils die gegenüberliegende Flanke langmachst.

(Beitragsbild: © Las Bellas Artes | Marina Holland)

Schreib als Erster einen Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.