Connect to nature: draußen meditieren und Kraft sammeln

Draußen meditieren und dabei Kraft sammeln? Wälder, Berge, Flüsse, Meere: Seit Urzeiten zieht es uns Menschen in die Natur, an Quellen der Ursprünglichkeit. Wir entdecken die unterschiedlichen Formen, Farben und Strukturen und spüren die Ruhe.

Im Kontrast dazu kennst du bestimmt das Gefühl von Überforderung durch die vielen Eindrücke in deinem Umfeld. Alles ist zu laut, zu hell, zu viel und zu schnell. Du fühlst nur noch das Bedürfnis rauszugehen und alle Reize für ein paar Momente auszublenden. 

Für einige reicht ein Spaziergang in der Natur, um die Energiereserven wieder aufzufüllen, andere sehnen sich nach einem langen Urlaub fernab von Stadt und Zivilisation. Manchmal ist es aber gar nicht so einfach, in der Natur abzuschalten, weil dir noch immer zahlreiche Gedanken im Kopf herumspuken. Es gibt eine Möglichkeit, wie du deine Zeit in der Natur so nutzen kannst, dass nicht das Erreichen des nächsten Etappenziels im Fokus steht, sondern ganz du selbst und dein Kraftpotenzial. 

Warum gibt uns die Natur Kraft? 

Zeit in der Natur zu verbringen wirkt sich stressmindernd auf den Körper aus. Du lenkst deine Aufmerksamkeit auf das, was ist, ohne gleichzeitig von Außenreizen überflutet zu werden, beschreiben die amerikanischen Psychologen Kaplan in ihrer „Attention Restoration Theory“. Deine Aufmerksamkeit ist also der entscheidende Punkt – du lernst, einen Fokus zu finden, der dich regeneriert, ohne dich dabei überfordert zu fühlen.  

Die Natur steht für die absolute Verbindung aller Lebewesen auf der Erde. Verbringst du einige Zeit draußen, bist du schnell fasziniert von dem Fluss der Elemente, der vor die liegt. Das gibt dir die Fähigkeit, deine eigenen Gedanken und Probleme von außen zu betrachten und deinen Blick auf die Welt zu relativieren. Plötzlich fühlen sich die Sorgen kleiner, distanzierter an und sind nicht mehr das Maß aller Empfindungen. 

Besonders in den warmen Monaten ist die Außenwelt eine richtige Inspiration, weil alles in einem eigenen Rhythmus lebt und du den Pflanzen beim Wachsen beinahe zusehen kannst. Du bist Teil dieses natürlichen Kreislaufs und fühlst dich wieder verbunden – mit dir, der Erde, dem Universum.

Meditieren in der Natur 

Draußen zu sein ist also meditativ, aber vollkommene Stille oder auch physischer Stillstand ist dabei gar nicht notwendig. Du begegnest Geräuschen, die du sonst nur nebensächlich wahrnimmst: Vogelgezwitscher, das Rauschen der Blätter, leichter Wind. Es gibt sogar einige Meditationspraktiken, die sich besonders gut eignen, um dich mithilfe der Außenwelt zu erden und deinen Fokus wieder auf dein Innenleben zu lenken. 

Die Geh-Meditation 

Für eine Meditation im Gehen kannst eine kleine Wanderung machen oder einen Spaziergang durch Wald und Wiesen, vielleicht auch mit Blick auf einen Fluss oder See. Ein weites Blickfeld wirkt sich dabei besonders klärend auf deine Gedanken aus, doch auch der Anblick von Bäumen und Pflanzen gibt dir das Gefühl von tiefer Ruhe und irdischer Verbundenheit. 

Beginne damit, deinen Weg möglichst bewusst wahrzunehmen. Welche Geräusche und Gerüche kannst du wahrnehmen? Wie fühlt sich die Luft an? Welche Struktur hat der Untergrund? Vielleicht kannst du dir einen Weg suchen, auf dem du eher wenigen Menschen begegnest. Beim Gehen kannst du auch deine Atmung in einen Rhythmus bringen und auf eine bestimmte Schrittzahl ein- und ausatmen. Durch die Geh-Meditation bekommst du ein Gefühl für das Hier und Jetzt und vermeidest, gedanklich schon viele Schritte weiter zu sein.

Die Japa-Meditation 

Falls du regelmäßig meditierst und eine Praxis gefunden hast, die für dich gut funktioniert, kannst du diese einfach mal nach draußen verlagern. Das kann zum Beispiel die Japa-Meditation mit einer Mala-Kette sein, die dir einen guten Leitfaden für die Meditation gibt. Hast du vielleicht einen Ort im Kopf, an dem du dich in der Natur besonders geborgen fühlst? Genau dieser Platz kann ein Kraftort für dich sein. Achte darauf, windgeschützt zu sitzen und nimm dir eine Decke oder ein Kissen mit, um es dir bequem zu machen. 

Schließe die Augen und versuche, deine Umgebung so bewusst wie möglich wahrzunehmen. Langsam spürst du, wie sich deine Atmung beruhigt. Wähle nun ein Mantra, das dich mit der Natur und Ursprünglichkeit, die dich umgibt, verbindet. 

Nun kannst du deine Mala in die Hand nehmen, Perle für Perle durch die Finger gleiten lassen und dein Mantra wiederholen. Solltest du durch Geräusche abgelenkt werden, ist das vollkommen in Ordnung. Lass dich von dem Gefühl bestärken, mit deinem Umfeld verbunden zu sein und binde so die Natur gezielt in deine Meditation mit ein. 

Kräuter sammeln 

Auch das Sammeln von Kräutern kann dich in einen Flow-Zustand versetzen, der einer Meditation sehr ähnlich ist. Besonders in den Sommermonaten sind Kräuterwanderungen ein guter Weg, um den Blick für den Waldboden zu schärfen. 

Natürlich solltest du dich im Vorfeld informieren, welche Kräuter ungiftig sind und nicht unter Artenschutz stehen. Wenn du erst mal für dich ein kleines Repertoire gefunden hast, was du sammeln möchtest, bekommst du einen ganz anderen Blick auf den Wegesrand. Du bist gebannt von der Vielfalt, den verschiedene Farben und Formen und entwickelst eine Begeisterung für die simpelsten Dinge. Du findest deinen Fokus und tauchst für einige Zeit vollkommen in die Welt der Kräuter ein. Genau diese Aufmerksamkeit hilft dir, Konzentration und Herausforderung in Einklang zu bringen. Und was gibt es danach besseres als einen Tee aus selbstgesammelten Kräutern? 

Wie bereitest du dich am besten vor? 

Natürlich brauchst du nicht viel, um die Zeit in der Natur auf dich wirken zu lassen. Beruhigter wirst du allerdings sein, wenn du einen Zeitrahmen hast, in dem niemand nach dir fragt und du ohne Gedanken im Hintergrund rausgehen kannst. 

Packe etwas Wasser, deine Mala, oder was du sonst für die Meditation verwenden möchtest, und eine Decke ein. Gerne trage ich auch ein Notizbuch bei mir, um Gedanken aufzuschreiben, die nach der Meditation aufkommen oder die mich unterwegs einfach nicht loslassen. 

Dann kann es losgehen! Überlege, ob du einen Kraftort im Kopf hast, wie eine Bank mit Aussicht, einen Steg, einen Baumstamm im Wald, oder ob du lieber einen schönen Rundweg gehen möchtest. Egal wo du bist: Sei achtsam mit der Natur und mit dir selbst. Atme, lass dich treiben und genieße die Zeit für dich! 

(Beitragsbild: © Angelika Stehle)



Anstehende Veranstaltungen mit Silke von Lebensflow:

# Yoga im Fotografie-Loft Wiesbaden-Naurod
# Thementag Entspannung "Breathe & Release" | 3. Oktober 2020 | Bildungswerk des Landessportbundes RLP, Mainz
# Thai Yoga-Specials 2020

Ein Kommentar

  1. Avatar Ulrich said:

    Nachdem ich ihren Beitrag hier gelesen habe, hatte ich überhaupt keine Ahnung das in Natur solche Kräfte existieren. Und nur, wenn man sich mit ihnen richtig Verbindet, nur dann kann man auch diese Kräfte fühlen

    13. September 2020
    Reply

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