Yoga unplugged: Schalte mal ab!

Hast Du schon einmal bewusst „Yoga unplugged“ praktiziert? Würdest Du von Dir behaupten, multitaskingfähig zu sein? Hast Du manchmal das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen? Bist Du „always ON“?

Multitasking?!

Der eigentlich aus der Computertechnik stammende Begriff des Multitaskings wird oft herangezogen, um zu verdeutlichen, dass wir mehrere Dinge gleichzeitig tun können. Z. B. telefonieren beim Auto fahren oder whatsAppen während der Vorlesung. Wer richtig begabt ist, schafft gar drei Dinge gleichzeitig.

Tatsächlich bedeutet Multitasking beim Computer nicht, dass zwei Prozesse (Programme) gleichzeitig laufen. Ihnen wird nur so schnell abwechselnd Rechenzeit zur Verfügung gestellt, dass es so wirkt als wäre es gleichzeitig. Bei uns Menschen laufen die Prozesse zwar gleichzeitig ab, aber nicht alle parallel mit 100%iger Aufmerksamkeit. Diese wird nämlich auf die Prozesse aufgeteilt, wie Studien inzwischen belegt haben.

Das lässt sich beispielsweise bei Verkehrsteilnehmern beobachten: Sie tippen beim Autofahren in ihr Smartphone oder starren auf das Display während sie den Radweg oder die Straße betreten. Dabei sind sie für einen winzigen Moment abgelenkt.

„Ein Moment geteilten Denkens und Leib und Leben sind in Gefahr“
(Kurt Burg, 4. Dan Aikido)

Wenn wir also unsere Aufmerksamkeit auf mehrere Tätigkeiten aufteilen müssen, können wir nicht 100%ig bei einer Sache sein. In der modernen Gesellschaft ist Singletasking aber eher die Ausnahme. Immer haben wir etwas zu tun, müssen uns noch um etwas kümmern und werden dabei immer wieder von piepsenden Smartphones in unserer Aufmerksamkeit gestört. Da ist es nicht überraschend, dass der Körper irgendwann gestresst ist.

Yoga gegen Multitasking-Stress!

Dann gehen wir ins Yoga, um Ruhe und Entspannung zu finden – aber es will uns nicht so richtig gelingen oder braucht eine ganze Weile. Zu sehr ist unser Geist daran gewöhnt, permanent unter Strom zu stehen.

Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir verbringen immer mehr Zeit mit elektrischen Geräten oder in deren Umgebung.

Yoga ohne Smartphone

Was passiert bei „always ON“?

Telefone, moderne Fahrzeuge, Fitnessarmbänder, Navigationsgeräte – fast alle elektronischen Geräte kommunizieren heutzutage per Funk. Auf diese Weise sind sie vom „Kabelsalat“ befreit.

Dabei kommen diese Endgeräte natürlich nicht ohne eine Infrastruktur an Sendern aus. Diese werden daheim durch Basisstationen und WLAN-Router, draußen durch flächendeckend installierte Mobilfunkantennen und Satelliten gebildet. All diese Geräte strahlen mit mehr oder weniger Leistung, überwiegend nonstop.

Ganz selbstverständlich gehen wir mit mobilen Geräten um, nehmen sie sogar mit auf’s Klo und in die Yogaklasse. So können weder Körper noch Geist zur Ruhe kommen. Denn die unsichtbare Strahlung von Mobilfunkgeräten aller Art resoniert mit unseren Körperzellen und stört die Zellkommunikation – ein chemisch-elektrischer Prozess, der von elektromagnetischer Strahlung negativ beeinflusst wird.

Wir machen uns wenig Gedanken, wie die Funktechnik eigentlich funktioniert und ob sie möglicherweise gesundheitsschädlich ist. Das Ganze ist einfach zu praktisch. Und schliesslich gibt es staatlich vorgeschriebene Grenzwerte, an die sich doch die Gerätehersteller halten müssen.

Leider sind diese Grenzwerte sehr hoch gewählt, sodass selbst stark strahlende Geräte erlaubt sind. Und es wird bei den Grenzwerten auch nicht bedacht, dass sich die Strahlung mehrerer Geräte addiert und die Nutzer – aufgrund der großflächigen Verbreitung – permanent dieser Strahlung ausgesetzt sind.

Schütze Dich!

Wenn wir tatsächlich abschalten, entspannen und regenerieren wollen, brauchen wir Ruhezonen und -zeiten – beim Schlafen ebenso wie auf der Yogamatte und immer dann, wenn wir zu sehr unter Strom stehen und uns erden müssen.

Es ist so ähnlich wie mit dem Sonnenschutz: Die Wärme auf der Haut ist überaus angenehm, das Licht steigert das Wohlbefinden. Gleichzeitig ist zu viel Sonnenlicht schädlich für unsere Haut. Die Haut altert frühzeitig, und bei intensiver Bestrahlung besteht die Gefahr, dass die UV-Komponente des Sonnenlichts die DNA schädigt und somit die Entstehung von Hautkrebs begünstigt. Wir dosieren daher vernünftigerweise unsere Sonnenlichtexposition, indem wir uns im Schatten aufhalten, Hüte, Schirme oder Sonnencreme benutzen.

Eine Schutzcreme gegen Strahlung existiert noch nicht, insofern müssen wir uns selbst schützen.

Smartphone Yoga

Für mehr Ruhe und einen gewissen Schutz ist es hilfreich, sich der Technologie und der Strahlungsquellen bewusst zu werden. So kann man sich ein wenig von ihnen fernhalten, sie teilweise deaktivieren und insgesamt deren Nutzung reduzieren. Nebenbei wird auch das stressauslösende Gefühl gemindert, rund um die Uhr erreichbar zu sein.

Schalte mal ab!

Wer Telefon, HiFi-Geräte, Lautsprecher, Drucker und Computer verkabelt, kann zumindest daheim auf Funk verzichten oder zumindest beim WLAN-Router die Nachtschaltung aktivieren und ein DECT-Telefon mit dem strahlungsreduzierten ECO-Plus Modus verwenden.

Schalte doch mal die Geräte aus, die Du nicht benutzt, deaktiviere phasenweise die Datennetzverbindung und die WLAN-Verbindung Deines Smartphones und aktiviere den Flugmodus, sooft Du kannst. Das spart obendrein noch Strom, denn die Funkmodule brauchen reichlich davon. Je mehr Apps beispielsweise im Hintergrund aktiv sind, desto schneller verabschiedet sich der Akku.

Trage so selten wie möglich Funkempfänger (z. B. Fitnessband und iWatch) direkt am Körper und fasse Dich beim Telefonieren kurz. Die Strahlungsintensität sinkt mit zunehmender Entfernung. Wenn Du daher einen Kopfhörer mit Kabel verwendest, bekommst Du zumindest kein heißes Ohr (Hirn) beim Telefonieren.

Auf diese Weise kannst Du Dir möglichst große, wirksame Ruheräume- und zeiten schaffen, in denen Du im wahrsten Sinne des Wortes herunterfahren kannst – am besten direkt auf Deiner Yogamatte.

Praktiziere immer wieder „unplugged“ Yoga und komme in den Genuss einer tief entspannenden Praxis ohne mentale oder energetische Ablenkung. Es lohnt sich!

2 Comments

  1. Schöner Beitrag, danke!
    Es ist heutzutage wirklich schwer dem allgemeinen nahezu zwanghaften Medienkonsum einzuschränken. Yoga ist da wirklich eine tolle Möglichkeit bei der man nach relativ kurzer Zeit komplett vergisst, dass man ein Smartphone hat auf das man normalerweise schon 4 mal drauf geschaut hätte!
    Wir werden auch bald endlich unseren Yoga-Bereich auf der Website fertig stellen und hoffen damit auch einigen „Smartphone-Zombies“ den richtigen Weg zu weisen 🙂

    29. September 2016
    Reply
    • Chris Ahrweiler said:

      Es gibt da auch ein paar passende „unplug“ Aufkleber … vielleicht wären die was für Eure Tür im Studio.

      29. September 2016
      Reply

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