„Wir wollen Yoga vereinen“ – Finde dein Yoga im Porträt

Hast du dir auch schon mal einen Wolf gesucht, um ein für dich passendes Yogaangebot zu finden? Hilfreich können hier zentrale Plattformen sein, auf denen Yogaangebote gebündelt präsentiert werden. Eine solche Plattform ist „Finde dein Yoga“ , auf der du dir Suchergebnisse zum Beispiel gefiltert nach Postleitzahl/Stadt oder Yogastil anzeigen lassen kannst.

Ich habe die beiden Gründer Maria Radzimanowski und Sandro Schott porträtiert, um genauer zu erfahren, wer hinter dieser Website steckt und was die beiden motiviert. *


„Finde dein Yoga“ beschreibt ihr auf eurer Website als unabhängiges und soziales Angebot für Yogainteressierte. Welches Anliegen verfolgt ihr mit eurer Seite?

Yoga liegt mittlerweile auf Platz 4 der beliebtesten „Sportarten“ in Deutschland und es wird geschätzt, dass es in Deutschland mehr als 20.000 Yogalehrer gibt. Mit Finde dein Yoga wollen wir einen zentralen Ort für alle Yogalehrer*innen und Yogaschüler*innen schaffen, auf dem man sich einen Überblick über Yogaangebote in seiner Nähe verschaffen kann.  

Mittlerweile ist es für Yogalehrende ziemlich schwer geworden, im Internet überhaupt noch gefunden zu werden. Google und Co. filtern die angezeigten Angebote ziemlich vor und es erscheinen vorrangig bezahlte Einträge. Auf Finde dein Yoga findet man alle Yogalehrer, die sich ein kostenloses Profil bei uns angelegt haben. Damit wollen wir für einen besseren Überblick auf dem Markt sorgen. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass es ein gerechtes Nebeneinander zwischen großen Yogastudios und den vielen Yogalehrern gibt, die alleine in angemieteten Räumen oder bei sich zu Hause unterrichten. Finde dein Yoga ist dabei völlig unabhängig von Yogastilen und Yogaverbänden. 

Finde dein Yoga ist ein soziales Projekt. Unser Ziel ist es, möglichst alle Yogaangebote im deutschsprachigen Raum abzubilden. Neben dem klassischen Yogakurs kann man bei uns auch eine Yogaausbildung suchen. Wir verfolgen dabei auch den gemeinnützigen Gedanken. Im Yogakalender bewerben wir beispielsweise gemeinnützige Yogaevents immer unter den Highlights und kooperieren mit den vielen tollen Yogaprojekten und verschaffen ihnen so mehr Sichtbarkeit im Internet. 


Jede Idee hat eine Geschichte. Wie ist die Plattform „Finde dein Yoga“ entstanden?

Wir, also Sandro und Maria, kennen uns aus einem Neuköllner Kulturverein und haben da schon gemerkt, dass es Spaß macht, gemeinsam Projekte umzusetzen. Sandro ist selbst Yogalehrer und war davon genervt, immer wieder Flyer im Kiez aufzuhängen, um auf seine Yogakurse aufmerksam zu machen. Außerdem haben ihn Yogaschüler gefragt, ob er nicht auch einen Kurs in der Nähe empfehlen kann, der an einem anderen Abend stattfindet. 

Nach einer kurzen Recherche im Internet ist Sandro aufgefallen, dass es online noch keinen zentralen Ort gibt, wo man alle Yogalehrer in seiner Nähe findet. Stattdessen muss man sich mühsam durch zig Webseiten klicken und landet dann meistens doch bei den großen, etablierten Yogastudios. Die Preise sind dort meist ziemlich hoch und nicht jede*r kann sich eine Yogastunde für 15,- Euro leisten und entscheidet sich dann vielleicht dagegen, überhaupt einmal Yoga auszuprobieren. Unser Grundgedanke ist, dass Yoga etwas für jeden sein kann – unabhängig von Einkommen, Alter oder Geschlecht – und wir dabei helfen, dass jede*r das für sich passende Yoga finden kann. 


Wie trägt sich die Seite und welche Marketingstrategien verfolgt ihr?

Jeder Yogalehrende kann sich auf Finde dein Yoga ein kostenloses Profil erstellen. Da auch wir nicht allein von Liebe, Luft und Yoga (über)leben können, haben wir ein Premium-Modell für diejenigen entwickelt, die dafür Geld bezahlen können und wollen. Premium-Nutzer können zum Beispiel mehr Fotos auf ihr Profil hochladen und werden in der Reihenfolge der Einträge weiter oben angezeigt. Auf der Karte von Finde dein Yoga werden aber generell immer alle Yogalehrer angezeigt – egal ob mit oder ohne Premium-Eintrag.  

Finde dein Yoga Lebensflow
Maria Radzimanowski und Sandro Schott | © http://www.behindthescenes.photo

Habt ihr Visionen? Wo wollt ihr mit eurem Angebot hin?

Unsere große Vision ist natürlich, dass alle Yogalehrer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Profil bei uns haben und die Algorithmen von Suchmaschinen bei der Suche nach Yogalehrer*innen keine Rolle mehr spielen. Dass da auch ein bisschen Utopie mitschwingt, ist uns durchaus bewusst – aber man kann ja auch träumen. 

Wir verfolgen aber noch eine ganz andere Vision mit der Webseite: Wir sind davon überzeugt, dass eine regelmäßige Yogapraxis eine positive Auswirkung auf die eigene Gesundheit hat und die Achtsamkeit gegenüber den individuellen geistigen und körperlichen Prozessen fördert. Durch diese Auseinandersetzung mit der eigenen, inneren Welt kann das persönliche Gleichgewicht (wieder) hergestellt sowie Ruhe und innerer Friede erlebt werden. Menschen, die gesund, achtsam und in Frieden mit sich selbst leben, wird es leichter fallen, diesen Frieden in die äußere Welt zu übertragen und damit ein Verständnis für ihre Mitmenschen, ihre Umwelt und die eigene Verantwortung auf dieser Welt zu entwickeln. Der Frieden in jedem Einzelnen von uns kann dann also auch zum Frieden in der Welt beitragen! 

Wir hoffen, dass durch die Plattform mehr Menschen zum Yoga kommen und Yoga praktizieren – und die Welt dann vielleicht ein bisschen friedlicher wird und das gemeinsame Miteinander wieder im Vordergrund steht. 

Außerdem wollen wir Yoga an sich wieder vereinen. Wir haben das Gefühl, dass unter den verschiedenen Yogastilen ein großer Kampf herrscht, welche Richtung besser ist. Aber eigentlich sollten wir doch zurückkehren zum Grundgedanken von Yoga – verstanden als Harmonie und Einheit. Harmonie und Einheit in und mit uns selbst, unseren Mitmenschen, unserer Umwelt und unter allen Yogaanbietern, um als gemeinsames Ziel Menschen auf dem Weg zu sich selbst zu unterstützen.


Sicherlich verfolgt ihr die Nutzung der Seite. Wie wird sie angenommen – sowohl seitens der Anbieter als auch der Yogasuchenden?

Mittlerweile haben über 3.500 Yogalehrer*innen ein Profil bei uns und es kommen täglich mehr dazu. Yogaschüler*innen können auf den Profilen der Yogalehrer*innen Fragen und Bewertungen hinterlassen und die Resonanz ist wirklich gut. Unsere Zugriffszahlen haben sich im letzten Jahr verdreifacht, was uns natürlich richtig Aufschwung gibt.


Wenn ihr eine solche Seite betreibt, habt ihr sicherlich einen persönlichen Bezug zum Thema. Was bedeutet Yoga für euch und wie sieht eure eigene Yogapraxis aus?

Mir, Maria, hat Yoga sehr dabei geholfen, meine Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen. Meditieren und Mantras singen war für mich am Anfang gar nichts. Das hat seine Zeit gedauert, bis ich auch den Aspekt von Yoga lieben gelernt habe. Ich habe eine zeitlang regelmäßg Hatha und Jivamukti Yoga gemacht und auch mal in Iyengar, Yin und Kundalini Yoga reingeschnuppert. Zur Zeit meditiere ich regelmäßig und mache Yoga allein für mich, wenn ich merke, dass ich meinen Geist zur Ruhe bringen möchte.  

Ich, Sandro bin jetzt seit acht Jahren Yogalehrer und gebe mehrere Kurse in der Woche. Seit zweieinhalb Jahren schaffe ich es auch, jeden Morgen als allererstes auf die Yogamatte zu gehen, egal welche Uhrzeit es ist und wenn es „nur“ 15 Minuten sind. Das tut mir echt gut und gibt mir viel Kraft für den Tag. Ich bin auch immer wieder selbst erstaunt, wie und warum mich Yoga in seinen Bann zieht, wie ich mich plötzlich wieder zu einer neuen Fortbildung angemeldet habe oder mir ein neues Buch bestellt habe. Und je tiefer ich mich einarbeite, umso mehr will ich wissen und umso mehr macht es Spaß zu unterrichten – da ich immer mehr die Rückmeldung bekomme, dass es den Menschen genauso gut tut wie mir.  


Verratet den Lebensflow-Lesern etwas von euch: Was ist euch wichtig und woher nehmt ihr die Motivation, Finde dein Yoga in eurer Freizeit zu betreiben?

Wir bekommen von den Yogalehrenden tolles Feedback zur Yogaplattform. Sätze wie „endlich gibt es eine gemeinsame Webseite für alle Yogalehrer“ oder „macht weiter so“ motivieren uns ungemein in unserer täglichen Arbeit und zeigen uns, dass Finde dein Yoga gebraucht wird und wir auf dem richtigen Weg sind. 


Vielen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute für euch!


*Das Porträt ist in Kooperation mit „Finde dein Yoga“ entstanden. Ich verdiene kein Geld daran, dir die Plattform vorzustellen. Da mir das Angebot sinnvoll und stimmig erscheint, teile ich dieses Porträt mit den beiden Gründern gern und aus Überzeugung mit dir.

(Beitragsbild: © http://www.behindthescenes.photo)




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