Tipps für Pausen beim Anleiten und Arbeiten

Pausen sind nötig und wichtig: ob in Gesprächen, beim Arbeiten, als Yogalehrer beim Anleiten, im Alltag … Wann hast du zuletzt eine Pause eingelegt? In den Momenten der Stille können wir durchatmen, Gesagtes sacken lassen, zuhören, reflektieren, uns erholen, Ideen sprießen lassen, einfach sein – und die anderen auch mal sein lassen.

Die Bedeutung von Sprechtempo und Sprechpausen

Es gibt Menschen, die scheinen beim Sprechen oder Anleiten im Yogaunterricht ohne Redepause auszukommen. Da mag ich manchmal instinktiv das Luftholen für sie übernehmen. Abgesehen davon, dass das Gegenüber in Gesprächen bei solchen Redeflüssen kaum zu Wort kommt. Kursteilnehmenden fehlt die Möglichkeit, wirklich ins Spüren zu kommen.

Wenn du dich an den letzten Vortrag, Yogakurs o. Ä. erinnerst, der dich nachhaltig beeindruckt hat: Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Lehrerin oder der Referent seinen Stoff nicht im Schnelldurchlauf ohne Pause runtergerattert hat? Mach dir bewusst, dass der Inhalt nur etwa sieben Prozent ausmacht! Knapp 40 Prozent entfallen auf Sprache und Stimme. Dazu zählen auch das Sprechtempo und die erholsamen Sprechpausen. Der Rest sind Mimik, Körperhaltung etc., aber darum geht es hier nicht. Zur Macht von Sprechpausen kannst du auch hier mehr lesen.

Trau dich, Sprechpausen einzulegen! Zwischendurch beim Anleiten im Yogaunterricht mal schweigen

Du bist im Yogaunterricht und der Lehrer lädt dich ein „nachzuspüren“, macht im nächsten Atemzug aber schon mit dem Flow weiter? Könnte knapp werden mit dem Nachspüren. Auch bei präzisen Ausrichtungsansagen braucht es durchaus ein bisschen Zeit, bis alle Yogis ihre Gräten sortiert haben. Da kann es hilfreich sein, wenn die Anleitungen nicht im Affenzahn daherkommen. Die kurzen Sprechpausen haben übrigens nichts damit zu, dass die Stimme in dynamischen Sequenzen fester und anspornend werden darf.

Wenn du Yoga unterrichtest: Sei mutig und gönne dir und deinen Teilnehmenden auch mal Sprechpausen! Baue kleine Pausen beim Anleiten ein. Das kann sich erst einmal seltsam anfühlen, zeigt aber Wirkung. Dann kannst nicht nur du kurz überlegen, was als Nächstes kommt, sondern du eröffnest deinen Yogis einen wertvollen Raum zum Spüren, zum Sein, zum Entwickeln und zum Atmen. Und auch du kannst Luft holen.

Pausen beim Anleiten und Arbeiten
® unsplash.com/Kristina Flour

Sei gut zu dir! Zwischendurch beim Arbeiten mal Pausen einlegen

Nicht nur auf der Yogamatte ist der Flow super. Auch beim Arbeiten ist es wundervoll im Flow zu sein. Das ist was Positives. Wenn der Flow zum Hamsterrad wird (und manchmal ist der Übergang nicht gleich ersichtlich), wird es ungemütlich. Nine to five, Bildschirm vor der Nase und auf Knopfdruck kreativ sein beim Sitzen oder Meeten? Kann funktionieren, tut es aber oft nicht. In welchen Momenten kamen dir die besten Ideen? Unter der Dusche? Beim Sport? Im Halbschlaf? Manchmal brauchen wir einfach mal was anderes, damit die Ideen und der Arbeitsmut wieder in den Fluss kommen.

Eine Pause ist nicht mit Nichtstun gleichzusetzen. Was heißt das auch schon: nichts tun? Wenn ich mit einer Tasse Tee in der Hand aus dem Fenster schaue, tue ich irgendwie ja auch etwas. Pause heißt hier vielmehr, sich bewusst zu machen, dass frei gewählte Unterbrechungen wertvolle Erkenntnisse und die nötige Erholung bringen können.

Wie du diese Pause für dich definierst oder nutzt, liegt in deinem Ermessen. Was tut dir gut? Wobei tankst du auf? Was lenkt dich auf angenehme Weise von dem ab, was dir gerade Kopfzerbrechen bereitet?

Tipps für erholsame Päuschen zwischen all dem Tun:
  1. Pause: Geh an die Luft
    Öffne das Fenster und halte deine Nase in die frische Luft. Besser noch: Geh raus zum Spazieren. Lass das Handy einfach auf dem Tisch liegen. Nur du, die Vögel und die frische Luft. Beweg dich, lass dir den Wind um die Nase wehen und den Kopf freipusten. Es muss keine lange Wanderung werden.
  2. Pause: Tu was für DICH
    Das ist kein Egoismus! Wenn du dich komplett gefangen fühlst zwischen Job, Familie, Haushalt, Freizeit o. a., dann fang mit fünf Minuten pro Tag an. Fühlst du dich eh schon überlastet, können sich diese „zusätzlichen“ fünf Minuten wie eine weitere Last anhören: „Noch was, das ich ‚muss‘?!“ Erst einmal. Aber es sind fünf Minuten für DICH. Verpass dir selbst einen liebevollen Tritt. Stell deinen Wecker fünf Minuten früher (und geh dafür vielleicht etwas zeitiger ins Bett). Du darfst wählen, wie du diese Zeit für dich gestaltest. Einen Tee trinken und die Gedanken weiterziehen lassen, drei Sonnengrüße, eine kurze Meditation, etwas aufschreiben oder lesen, in Ruhe frühstücken … was auch immer. Am besten findest du einen Tag pro Woche, an dem du dir mehr Zeit zum Auftanken für dich gönnen kannst. Lieber regelmäßiger kleine Zeitslots einplanen als sich bis zum jährlichen Urlaub auszupowern, auf dem dann ein unglaublicher Erwartungsdruck liegt.
  3. Pause: Iss was Gescheites und in Ruhe
    Manche „Gerichte“ sind doch immer wieder verlockend, gerade wenn es schnell gehen soll. Was kommt da bei dir auf den Tisch? Bei mir sind das an solchen Tagen gern Nudeln mit Olivenöl und Pinienkernen. Manchmal auch vor dem Bildschirm verzehrt. Kann man mal machen. Mich macht es allerdings weder zufrieden noch fit. Grundsätzlich mag ich es einfach und orientiere mich dabei an Bunt und Frisch. Dafür mache ich mir am liebsten Bowls, die müssen gar nicht aufwändig und kompliziert sein. Da kommt der Regenbogen rein und ein leckeres Dressing drauf.
  4. Pause: Mach Feierabend
    Das gilt für alle Workaholics. Wir Selbstständigen tappen auch gern in diese Falle. Also ich ganz regelmäßig. Vom Schlafzimmer zu meinem Arbeitsplatz im Wohnzimmer kann ich schlecht einen anderen Arbeitsweg wählen als durch den Flur. Also ist die Arbeit immer so schön greifbar. Dazu kommt, dass ich sie halt auch liebe. Deswegen kann und will ich aber nicht endlos am Schreibtisch sitzen. Feste Zeiten, eine Tagesstruktur und ein bisschen Disziplin – dann kannst du den Griffel beizeiten fallen lassen. Mit einem Plan für den nächsten Tag und einem aufgeräumten Schreibtisch steigt sogar die Vorfreude auf den kommenden Tag.

Pausen – ob beim Arbeiten oder beim Sprechen – können wundersam erholsam wirken. Es braucht Mut, ein bisschen Disziplin und die persönliche Verpflichtung zur Selbstfürsorge. Wenige Sekunden Sprechpause können sich für dich selbst wie die längste Zeit anfühlen, dein Gegenüber findet sie vermutlich sehr angenehm. Wenn du lange Zeit praktisch durcharbeitest und niemals niemals niemals wirklich Pausen einlegst, kommt vermutlich eines Tages die Quittung – und die möchte niemand. In diesem Sinne: Ich verziehe mich jetzt mit einer Tasse Tee und einem Buch für eine Viertelstunde aufs Sofa.

Welche Erfahrung hast du mit Pausen jeglicher Art gemacht? Was ist dein ultimativer Tipp, um Atem zu schöpfen und Kraft zu tanken?



Anstehende Veranstaltungen:

# Sobald es wieder möglich ist: Yoga auf dem Steg 2021
# Thai Yoga-Specials 2021


Schreib als Erster einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.