Vertrauen schöpfen: 5 Yogalehrerinnen geben Impulse

„Wie schöpfst du Vertrauen in außergewöhnlichen Zeiten wie diesen? Wie findest du zurück zu innerem Frieden und zur Lebensfreude?“ – Diese Fragen habe ich einigen Yogalehrer- und Bloggerkolleginnen gestellt. Zurückgekommen sind vielfältige Antworten, die hoffentlich auch dich inspirieren!

Ich finde, so turbulent diese Zeit auch ist, wir sollten immer IMMER nach unserem persönlichen Weg suchen, (wieder) ins Vertrauen zu kommen, inneren Frieden zu finden und uns ein Stück weit die Lebensfreude zurückzuholen. Manchmal braucht es dafür eine ordentliche Portion Mut, ein anderes Mal sind Impulse gefragt, wenn es sich im eigenen Inneren gerade leer anfühlt. Sich in Zeiten wie diesen in die eigene Mitte zu bringen, kostet mitunter viel Kraft, aber es lohnt sich. Außerdem finde ich: Zusammen geht es am besten. Vielleicht findest du in den folgenden persönlichen Tipps Inspiration, um auch für dich trotz aller innerer und äußerer Turbulenzen einen Weg zu innerem Frieden, Vertrauen und Lebensfreude zu finden.


Jeanette Fuchs – Journalistin, Texterin und Yogalehrerin

Mir hilft es in turbulenten Zeiten sehr, in meiner persönlichen „Toolbox“ zu kramen. Ich halte es für wichtig – am besten schon in ruhigeren Zeiten – herauszufinden, was für einen selbst funktioniert, um wieder in die Mitte zu kommen. Sich also eine Art Selfcare-Strategie zurechtlegen, die dann sofort in Aktion treten kann, wenn man sie braucht. 

In meiner imaginären Box befinden sich z. B. Tipps und Ratschläge aus meinen Lieblingsbüchern oder angeleitete Meditationen, die ich gerne höre. Es können Yogavideos oder bestimmte Workouts auf YouTube sein oder auch eine Spotify-Playlist, zu der ich durchs Wohnzimmer tanzen kann. Auch Journaling und EFT (Emotional Freedom Technique) gehören für mich unbedingt dazu. Es können auch ganz einfache Dinge sein, wie ein schönes Vollbad oder ein Spaziergang im Wald. 

© privat

Jeanette kommt aus Salzburg. Sie liebt schöne Worte, besondere Orte und bewusste Lebensart. Sie nimmt ihren „Tribe“ mit auf ihre Reisen in die Ferne und in die Tiefe, auch beim Yoga. In ihrem ME:treat-Guide lässt es sich außerdem toll schmökern: Er bietet viele Inspirationen und Selfcare-Rituale.



Melanie Probst – Gründerin von Yogalanie

Kurzfristige, wirkungsvolle Kraftquellen sind für mich definitiv folgende Gedanken und Handlungen:

Stay wild! 

Mich fragen, was kann ich JETZT tun, um körperliche, geistige und/oder emotionale Starre und Festigkeit durch Wildheit zu ersetzen? Mich trauen das „sollte so …“ oder „müsste so …“ durch etwas total Abgefahrenes, Verrücktes auszutauschen. Den Gedanken an einen ganz großen Traum von mir mit Freunden teilen, die Musik im Auto laut aufdrehen und mitsingen, nackt vor dem Spiegel tanzen, zehn Sekunden so schnell wie möglich rennen, im Wald eine Runde schreien, mit dem nächsten Laubhaufen eine Blätterschlacht veranstalten, Nein sagen, Ja sagen …

Raus aus der Opferrolle! 

Ich bin den Dingen nicht ausgeliefert, niemals! Ich kann mich mit jedem neuen Atemzug für das Gute und die Freude entscheiden, immer! Manchmal braucht es nur einen tiefen Seufzer, ein lautes Stöhnen, ein befreiendes Ausatmen – die Babys tun das übrigens alle 70–80 Atemzüge ganz natürlich. Für mich fühlt sich die Welt dann gleich anders an, leichter, befreiter. 

Genießen! 

So oft ich kann! Ich liebe es zu genießen! Genuss ist für mich immer ein Ausdruck von totaler Wachheit, Präsenz und Freiheit, versunken im Hier und Jetzt – ob beim Essen, einer Umarmung, beim Gläschen Wein, beim Sex oder bei meinen Bewegungen, wenn ich tanze.

Weite! 

Immer wieder den Blick himmelwärts lenken, weg von der eigenen engstirnigen kleinen Bubble. Das weitet den Geist und die Gedanken, tiefe Atemzüge machen sich breit.

Bei mir bleiben!

Im Außen findet so viel Meinungs- und Stimmungsmache statt. Ich möchte mich immer wieder fragen: Stimmt das alles auch mit meinen Gefühlen, Ideen, Gedanken und Einstellungen überein? Fühlt sich das alles für mich noch richtig an? Um das zu wissen, brauche ich Phasen des Abstands, um mich ganz auf mich zu besinnen. Was mir dabei zum Beispiel hilft: eine Runde im Wald spazieren gehen, ein paar Tage die sozialen Netzwerke ausschalten, Tagebuch schreiben, im Alltag immer wieder „Hand aufs Herz“ und ein paar tiefe Atemzüge nehmen, meine Yoga- und Meditationspraxis. Die darauffolgenden, selbstbestimmten Handlungen fühlen sich so viel klarer, souveräner und stimmiger an.

Herzmomente sammeln! 

Eine Liste erstellen mit Dingen, die mein Herz berühren, und diese jeden Tag erweitern. 

Praxis, Praxis, Praxis!

Meine regelmäßige Yoga- und Meditationspraxis sind schließlich meine langfristigen, wirklich nachhaltigen Kraftquellen. Sie statten mich mit einer unvergleichlichen Ruhe, Stärke und Weisheit aus. Sie führen mich an den Ort in mir, der unberührt und frei von Ängsten und Sorgen ist. An diesem Ort liegt immer ganz viel Vertrauen und Liebe für mich und mein Leben geborgen.

© privat

Melanie ist die Gründerin von Yogalanie – und sie war meine erste Yogalehrerin, das muss an dieser Stelle erwähnt werden. Sie unterrichtet mit Kraft, Leichtigkeit und viel Gefühl. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern hat sie schon viel von der Welt gesehen, jetzt leben sie (wieder) in Mainz. Ihr Herz schlägt ganz besonderes für Mamas und die Kraft der weiblichen Intuition.



Beate Tschirch – Gründerin von Yogalover

Routinen geben Sicherheit. Deshalb habe ich mir meine ganz eigene Corona-Routine entwickelt, die wieder Kreativität in meinen Alltag einlädt. Mit dem Tee im Bett schnappe ich mir mein magisches Tagebuch und schreibe. Und das nicht einfach so, sondern mit dem Fokus auf die Dinge im Leben, die ich kreieren möchte. Meine Visionen fließen jeden Morgen aus meiner Hand auf das Blatt Papier und werden schon dadurch manifestiert. Das lässt mich nach vorn schauen und motiviert bleiben. Jeden Tag arbeite ich dann mindestens eine Stunde an meinen Ideen. Daraus ist auch meine 21-Tages Sparkle and Shine Challenge entstanden, eine Challenge, die dir mehr Leichtigkeit in deinen Alltag bringt. 

Insgesamt ist es für mich wichtig, den Fokus auf die Dinge zu lenken, die ich tun kann. Meine körperliche Yogapraxis hat sich seit Corona extrem verändert. Während ich sonst viele herzöffnende Asana geliebt habe, praktiziere ich derzeit viel langsamer und bevorzuge erdende und kraftvolle Übungen. 

© Angelika Stehle Fotografie

Beate ist die Gründerin des Yogalover-Studios in der schönen Nerostraße in Wiesbaden. Unter dem Motto „The world needs more lovers – more yogalovers“ trägt sie gemeinsam mit ihrem Team ihre Yogaliebe in die Welt. Sie lebt Kreativität, liebt die persönliche Weiterentwicklung und kreiert immer wieder neue Angebote und Ideen.



Sandra Walkenhorst – (Kinder-)yogalehrerin und Autorin

Was mir hilft ins Vertrauen zu kommen, ist zunächst einmal ganz „banal“ meine Yoga- und auch Meditationspraxis. Wenn das Kopfkino startet und sich die Gedanken zu überschlagen drohen, dann hilft mir meist eine schöne Musik (z. B. von Buddhacode) und ein Moment der Stille. Vor allem die Metta-Meditation ist mir hierbei eine große Hilfe. Und dann natürlich auch Gespräche mit guten Freunden, aber auch mit meiner Hündin raus in die Natur zu gehen.

Meinem sechzehnjährigen Sohn Louis geht es da ähnlich. Ihm hilft es vor allem, mit seinen Freunden auch online verbunden zu sein. So „treffen“ sie sich täglich und tauschen sich aus. Aber auch mit unserer Hündin lange Waldspaziergänge zu machen, empfindet er als guten Ausgleich, wenn gerade sonst nicht so viel anderes möglich ist.

© Stefan Gutmann Photography

Sandra ist Kinderyogalehrerin, Yogalehrerin, Thai Yoga Bodyworker und Autorin, außerdem das Gesicht hinter dem Ahimsa-Institut. Sie hat das Buch „Thai Kinderyoga“ geschrieben und gemeinsam mit ihrem Mann kürzlich das Buch „Yoga trifft Coaching“ herausgebracht. Dazu haben die beiden die passende Ausbildung unter dem Namen „Psychologisches Yogacoaching“ entwickelt.



Annelina Waller – vegane Bloggerin und Yogalehrerin

Manchmal wird auch mir alles zu viel und ich spüre, dass ich einen Rückzugsort brauche. Dann suche ich meine Yogamatte auf, dimme das Licht und zünde mir ein Räucherstäbchen an. Ich atme tief ein und wieder aus und lasse mich von meinem Körper und meinem Geist durch eine wohltuende Yogapraxis leiten. Dabei lasse ich alles ganz intuitiv geschehen!  

Um die Entspannung zu intensivieren, suche ich im Anschluss meinen anderen Lieblingsort auf, meine Küche, um mir einen Reishi-Latte oder eine heiße Schoki zu machen. So wärme ich meinen Körper von innen heraus.

© privat

Annelina ist vegane Foodbloggerin und Yogalehrerin. Zu Hause ist sie in Berlin. Sie inspiriert Tausende Menschen über ihren Instagram-Account, indem sie leckere Rezepte und ihr Wissen teilt. Mit ihrer Lebensfreude und ihrem ausgeglichenen Lebensstil steckt sie ihre Follower an. Viele Rezepte und Tipps gibt’s außerdem auf ihrem Blog.


(Beitragsbild: © Las Bellas Artes | Marina Holland)



Anstehende Veranstaltungen:

# Happy Easter Flow(online): Ostermontag, 16 Uhr
#Der Sommer ist im Anmarsch: Termine für Outdoor-Yoga 2021 in Planung!
# Thai Yoga-Specials 2021

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