Unser Schlaf: Ist er gesund oder gestört?

„Über etwas schlafen“, „Schlaf ist die beste Medizin“, „Das kannst du im Schlaf“ – das sind nur einige der gängigen Redewendungen, in denen Schlaf eine Rolle spielt. Er ist von der Natur vorprogrammiert und unsere Gene entscheiden darüber, wie viel wir individuell brauchen.

Da Wissen vor Torheit nicht schützt – oder wie heißt es doch gleich? – bedeutet das naturgemäß vorgegebene Schlafbedürfnis keineswegs, dass wir uns diesem „unterordnen“. Wir verplempern ja kostbare Zeit, wenn wir zu viel schlafen. Zeit, die wir unseren Aufgaben, Projekten und Verpflichtungen widmen könnten – wenn wir darüber nicht immer so müde würden. 24 Stunden scheinen kaum auszureichen für unser hohes Pensum. Da knapsen wir schon mal an der Schlafdauer oder finden gar nicht in den Schlaf bzw. wachen permanent auf. Doch welchen Preis zahlen wir dafür?! Schlafen zählt immerhin – neben Essen und Trinken – zu den Grundbedürfnissen des Menschen.

In meinem Umfeld beobachte ich eine ziemlich große Müdigkeit – entweder aufgrund eines zu kurzen Nachtschlafs oder aufgrund von Schlafstörungen, die augenscheinlich weit verbreitet sind. Immerhin leiden in Deutschland ca. sechs Prozent an behandlungsbedürftigen Ein- und Durchschlafstörungen.

Müdes Deutschland

Laut statista.de schlafen die Deutschen im Durchschnitt etwa 8,2 Stunden pro Nacht. Damit rangieren sie auf der Liste der OECD-Länder verhältnismäßig weit unten. Die Franzosen gehören mit durchschnittlich 8,8 Stunden Schlaf pro Nacht zu den Murmeltieren. In Deutschland ist die Zahl der Kurzschläfer (unter fünf Stunden) mit rund 12 Prozent recht hoch.

Die Anforderungen der Gesellschaft – ob Arbeit oder Familie – sind immens. Bei einer akuten Mehrfachbelastung von Arbeit, Freizeit und Familie wird besonders am Schlaf gespart. In der Wirtschaft zählen Leistung und Wachstum. Wer lange schläft (im Sinne der Anzahl der Stunden), gilt schnell als faul und nicht belastbar. Wir sind im Grunde rund um die Uhr gefordert und erreichbar. Sind chronische Übermüdung und Schlafstörungen da nicht vorprogrammiert?

Schlafserie Lebensflow: gesunder oder gestörter Schlaf?
© unsplash.com | Alexandra Gorn

Wunder Schlaf

Ich persönlich liebe es, mich nach einem erfüllten, langen Tag in mein gemütliches Bett zu kuscheln und mehrere Stunden friedlich zu schlummern. Meistens klappt das wunderbar. Tatsächlich bin ich abends (ehrlicherweise oft, sobald es dunkel wird) auch einfach müde. Zu den Eulen zähle ich wohl nicht.

Während wir nachts schlafen, ist unser Organismus aktiv und wirft das körpereigene Reparaturprogramm an. Ist das nicht ein Wunder der Natur?! Am nächsten Morgen sind wir im besten Fall erfrischt, haben einen klaren Teint und einen wachen Geist. Ein weiterer erfüllter Tag darf kommen.

Boykottieren wir dieses nächtliche Erholungsprogramm, indem wir über einen längeren Zeitraum zu wenig (entsprechend unserer genetisch vorgegebenen Schlafdauer) oder schlecht schlafen, werden wir eher früher als später unter den Konsequenzen leiden.

Gesund schlafen oder was guter Schlaf bewirkt

Eine erholsame Nachtruhe macht sich am Tage bemerkbar. Wer schlafgesund ist, dem winken:

  • ein waches Gemüt und ein klarer Geist
  • Leistungsfähigkeit
  • ein starkes Immunsystem
  • ein gesunder Teint und glatt geschlafene Fältchen
  • Chancen auf ein längeres Leben
  • starke Erinnerungen an das gestern Gelernte (und zwar an das Wichtige!)
  • Schlankheit (denn das Hormon Leptin unterdrückt nachts unser Hungergefühl)
  • Attraktivität (wer ausgeschlafen durch die Welt läuft, wird laut Studien als attraktiver, gesünder und sympathischer eingeschätzt)
  • eine ausgeglichene Stimmung und stabile Nerven

Chronischer Schlafmangel und seine Folgen

Wer über einen längeren Zeitraum unter einem gestörten Schlaf leidet, leidet wirklich – und das nicht nur nachts, während des Wachliegens. Ein chronischer Schlafmangel bringt:

  • ein eingeschränktes Leistungs- und Reaktionsvermögen
  • Sekundenschlaf in den ungeeignetsten Momenten (z. B. beim Autofahren – übrigens ist der Sekundenschlaf viel häufiger für Unfälle verantwortlich als Alkohol!)
  • steigende Risikobereitschaft (und das gern unbewusst)
  • ein höheres Risiko für Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Bluthochdruck …
  • eine verminderte Aufmerksamkeit
  • einen dazu, Fehlentscheidungen zu treffen
  • ein labiles Nervenkostüm und eine gesteigerte Aggressivität
  • die Chance auf Übergewicht
  • ein lahmes Immunsystem

Wenn das nicht alles Argumente für einen ausreichenden Schlaf sind?! Und doch ist es für viele Menschen leider nicht so einfach, wie es sich anhört. Ganz häufig trägt die Anspannung am Tage zu einer nicht eintretenden Entspannung in der Nacht bei.

Oder um es mit den Worten des Schriftstellers Rainer Haak zu sagen:

„Wer sich nachts zu lange mit den Problemen von morgen beschäftigt, ist am nächsten Tag zu müde, sie zu lösen.“

Doch um Schlafstörungen und um Tipps, wie wir gut schlafen können, wird es an anderer Stelle der Schlafserie gehen.

Schläfst du genug?

Woher weißt du nun, wie hoch dein natürliches Schlafbedürfnis ist oder ob du ausreichend schläfst?

Wenn dich dein Wecker morgens regelmäßig aus dem Tiefschlaf reißt, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Nacht zu kurz war. Eulen trifft es natürlich noch härter, denn ihnen fällt es schwer, früher einzuschlafen, um morgens fit zu sein.

Könntest du tagsüber beim Autofahren einschlafen? Beim Meeting mit dem Team? Oder in anderen wichtigen Situationen? Das sind ziemlich deutliche Anzeichen dafür, dass der Nachtschlaf nicht ausreicht.

Nimm dir im Urlaub Zeit, deinen eigenen Rhythmus zu finden. Sobald du nach der Umstellung aus dem Arbeitsalltag auf deinem „Normallevel“ angekommen bist, wirst du feststellen, wie deine innere Uhr tickt, wann deine Zubettgehzeit ist und zu welcher Zeit du natürlicherweise aufwachst.


Dieser Artikel bildet den Auftakt zu einer Artikelserie über das Thema Schlaf. Die Serie wird unterschiedliche Facetten des Themas beleuchten sowie Tipps und Anregungen für einen guten Schlaf liefern – ganz im Sinne der Lebensfreude. Hast du einen speziellen Schwerpunkt auf dem Herzen was das Thema Schlaf angeht? Lass es mich wissen – vielleicht kann ich den Ansatz in einem der folgenden Artikel aufgreifen.




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